Ronja, der Schulanfang ihrer Nichte und das Allgäu
Familie kann man sich nicht aussuchen. Umso schöner, wenn die Familie eine Bereicherung fürs eigene Leben darstellt. So kommt es, dass Ronja, meine Mitbewohnerin, viel über ihren Besuch im Allgäu spricht. Dass sie selber nicht darüber schreibt, hat den einfachen Grund, dass ihr momentan die Zeit fehlt.
Anfangs war sie weder begeistert, noch widerwillig. Zum einen bedauerte sie, dass, durch die Einschulung ihrer Nichte, sich die Terminnot verschlimmern würde. Andererseits war ihr dieser Ausflug eine willkommene Abwechslung. Ich schätze, dass es ähnlich war, wie während meiner Klausurenphase. Andere Pflichten werden plötzlich gerne wahrgenommen, solange sie einen vom Lernen befreien (Abwasch!). Um nicht zu sehr eingebunden und unabhängig sein zu können, mietete sie sich eine Ferienwohnung Allgäu. Einen zusätzlichen Tag hängte sie noch an, um etwas Zeit für sich zu haben.
Was ihr als erstes auffiel war die wunderschöne Natur. Grüne Täler, die die mächtigen Berge einrahmten. Durch das Auf und Ab der Fahrt, konnte man von oben auf das Dorf ihrer Nichte schauen. Bei der Ankunft war der Empfang herzlich. Zum Empfang der Gäste, sei das Wohnzimmer hergerichtet worden. Nach dem Abarbeiten von einem Schwall von Fragen, hatte sie dann Zeit, um sich etwas umzuschauen. Im Wohnzimmer stand, neben der üblichen Dekoration, die sich wohl nie so recht ändern mag, ein Gabentisch mit einer großen und einigen kleinen Schultüten.
Schon bei der Anfahrt hatte es ihr die grüne Landschaft angetan. Deshalb sucht sie den Weg nach Draußen. Auf dem Land ist ein großes Grundstück zum Haus obligatorisch, Doppelschaukel inklusive. Gemessen an der Dauer des Aufenthalts, schien es genug, um als Fluchtpunkt herzuhalten, wenn die Tanten mal wieder zu oft dieselben Fragen stellten. Auf diese Weise brachte sie anscheinend die Zeit rum, um am nächsten Tag ihre nervöse Nichte zur Schule zu begleiten.